Prüfen

Prüfungen gehören zum Alltag von Lehrenden. Die Herausforderungen an die Gestaltung und die Organisation von Prüfungen haben sich in den letzten Jahren verändert. Mit unseren Angeboten möchten wir Sie dabei unterstützen, Ihre Prüfungspraxis zu optimieren und neue Ideen zu entwickeln.

Kompetenzorientiert prüfen - Was? Wie? Warum?

Der Begriff der Kompetenz umfasst die Befähigung, in komplexen Situationen angemessen zu handeln, was komplexes Wissen, Fertigkeiten, Fähigkeiten, motivationalen Orientierungen und (Wert-)Haltungen in Bezug auf die Anforderungsbereiche umfasst. Diese Kompetenzen sind akademisch, wenn sie sich auf komplexe Anforderungskontexte beziehen und eine Person somit u.a. befähigen zur wissenschaftlichen Analyse, Erschaffung neuer Konzepte und Problemlösungen, und Reflexion des eigenen problemlösungs- und erkenntnisgeleiteten Handelns. (nach Schaper 2012)

Das Konzept des Constructive Alignments bringt Kompetenzen als Learning Outcomes (intendierte Lernziele), die Prüfung und den Lehr-Lern-Prozess in Beziehung zueinander. Alle drei Elemente müssen überein gebracht werden – eine Kompetenz, die wir nicht lehren, können wir weder prüfen noch als Ergebnis erwarten. Deshalb ist es wichtig, sich bei Fragen rund um Prüfungen nicht bloß diese, sondern auch die vorformulierten Lernziele und die Lehre anzuschauen. (Biggs/Tang 2007)

Grafik zum Constructive Alignment: Wissen, was zählt - Ideen für die Lehre. 2., erweiterte und überarbeitete Auflage. 2016, Bochum, RUB.

Lernziele werden in sechs Stufen unterteilt. Diese Lernziel-Taxonomie ist hilfreich, um das Kompetenzniveau einzuschätzen. Die Stufen 1 (Erinnern) und 2 (Verstehen) spiegeln die reine Wissensabfrage wider. Ab Stufe 3 (Anwenden) ist eine Prüfung kompetenzorientiert. Studierende sollen die Lehr-Inhalte, d.h. ihr erworbenes Wissen, anwenden, analysieren (Stufe 4), evaluieren oder darüber entscheiden (Stufe 5) oder Neues erschaffen bzw. Entscheidungen begründen (Stufe 6). Der Schwierigkeitsgrad steigt mit den Stufen in der Lernziel-Taxonomie. (Bloom 1972, überarbeitet von Anderson & Krathwohl 2001)

Quellen:
Biggs, J. & Tang, C. (2007): Teaching for quality learning at university. Maidenhead: Mc Graw Hill.
Bloom, B. (1972): Taxonomie von Lernzielen im kognitiven Bereich. 4. Auflage. Weinheim /Basel: Beltz.
Schaper, N. (2012): Fachgutachten zur Kompetenzorientierung in Studium und Lehre. Bonn: HRK. Verfügbar unter: http://www.hrk-nexus.de/material/links/kompetenzorientierung
Wildt, J.& Wildt, B. (2011): Lernprozessorientiertes Prüfen im ‚Constructive Alignment‘. In: Neues Handbuch Hochschullehre, Berlin. Beitrag H 6.1.

Unsere Beratungsangebote

Das Hochschuldidaktik-Team im Zentrum für Wissenschaftsdidaktik unterstützt Sie gerne bei Ihren Anliegen rund um das Thema Prüfen.

Möchten Sie zum Beispiel…

  • Ihre Prüfungsform verändern?
  • neue Prüfungsaufgaben stellen?
  • Ihre Klausur kompetenzorientiert(er) gestalten?
  • eine neue Lehrveranstaltung inklusive Prüfung konzipieren?
  • eine zweite Meinung aus didaktischer Sicht zu Ihrer Prüfung haben?
  • Veränderungen auf Modulebene vornehmen?
  • Ihre Studierenden gezielter auf die Prüfung vorbereiten?
  • oder sich einfach mal allgemein beraten lassen?

Ob Sie eine kurze Frage oder ein umfassendes Beratungsanliegen haben, melden Sie sich gerne bei uns. Wir bieten Ihnen Hilfestellungen vor dem Hintergrund des Constructive Alignments, d.h. von der Sichtung der Lernziele über die Gestaltung der Lehre bis hin zur passenden Formulierung Ihrer Prüfungsfragen. Gemeinsam können wir Ihre Prüfungen – egal ob auf Lehrveranstaltungs- oder Modulebene – um neue Facetten erweitern. Denn „Bulimie-Lernen“ bringt weder den Studierenden noch Lehrenden etwas. Die Beratung ist kostenlos – sprechen Sie uns an!

Unsere Fortbildungsangebote

Fortbildungen zum Thema

MINT geprüft: Exklusive Workshopreihe

Im Sommersemester 2016 bekamen Lehrende der MINT-Fächer die Chance, etablierte Prüfungsformen um neue Facetten zu erweitern. Sie erhielten neue Impulse für die eigene Prüfungsgestaltung im Sinne des Constructive Alignment. [hier den NHHL-Artikel verlinken?]

Fakultätsspezifische Fortbildungsangebote

Wie geprüft wird, welche Prüfungsformen eingesetzt werden (können) und welche Kriterien bei der Bewertung von Prüfungsleistungen zum Tragen kommen – all dies gestaltet sich von Fach zu Fach unterschiedlich. Der kollegiale Austausch über praktizierte Prüfungsformen und -kriterien gibt Ihnen darüber hinaus die Gelegenheit, Sicherheit und neue Impulse für Ihre eigene Prüfungspraxis zu gewinnen.

Gerne entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen Fortbildungs- und Unterstützungsangebote, die an den Bedarfen Ihrer Fakultät ansetzen und die spezifischen Bedingungen Ihrer Fakultät berücksichtigen. Wir beraten Sie bei der Suche nach einer/m Trainer/in und unterstützen Sie bei der Organisation der Veranstaltung. Sprechen Sie uns an!

Good Practice-Beispiele

Die Lehrenden der Ruhr-Universität Bochum haben schon viele (neue) Lehr- und Prüfungsformen erprobt. Nicht jede/r Lehrende/r sollte das Rad neu erfinden müssen! Daher stellen wir Ihnen hier filmisch einzelne kompetenzorientierte Prüfungsformen vor.

Alle Videos verfügen sowohl über deutschsprachige als auch über englischsprachige Untertitel!

Portfolio-Prüfungen

 

Mündliche Gruppenprüfungen

 

Posterpräsentation als Prüfung

Haben auch Sie neue Prüfungsformen entwickelt? Dann sprechen Sie uns an! Wir sind dabei, innovative Prüfungsformen zu sammeln und sie anderen Lehrenden der RUB zur Verfügung zu stellen, damit Sie voneinander lernen können.

Einen Einblick in weitere kompetenzorientierte Prüfungsformen und -konzepte finden Sie in unserem Downloadcenter LEHRE LADEN.