Lernen in Gruppen

Lernen in Gruppen ist neben dem individuellen Lernen elementarer Bestandteil universitärer Lehre.
Dabei ist sowohl die Methodenauswahl als auch die Gestaltung einer lernförderlichen Atmosphäre für gelungene Gruppenarbeit entscheidend.
Um einer häufig von Studierendenseite geäußerten Abneigung gegenüber Gruppenarbeiten vorzubeugen, unterstützen Sie unsere Fortbildungs- und Beratungsangebote dabei, lernförderliche Gruppenarbeiten anzuleiten und eine kooperative Arbeits- und Gruppenatmosphäre umzusetzen.

Kooperatives Lernen

Das bloße Anwenden von Gruppenarbeits-Methoden garantiert nicht, dass Gruppen automatisch kooperativ zusammenarbeiten. Um störende und kontraproduktive Verhaltensweisen einzelner Gruppenmitglieder zu vermeiden, wie das „soziale Trittbrettfahren“ (Leistungsschwächere lassen Leistungsstärkere die Arbeit übernehmen) oder den „sucker effect“ (Leistungsstärkere fühlen sich für die Aufgabenerfüllung allein verantwortlich und übernehmen widerwillig Aufgaben ihrer Kommiliton/innen) und wirklich kooperative Lernprozesse zu realisieren, bedarf es mehrerer Faktoren: Nach F. Borsch gibt es zwei grundlegende Voraussetzungen für kooperatives Lernen: zum einen die positive Interdependenz der gesamten Gruppe und zum anderen die individuelle Verantwortlichkeit der Einzelnen. Weitere wichtige Elemente sind unterstützende Interaktionen seitens der Lehrperson und allen voran die Reflexion der Gruppen- und Arbeitsprozesse. Diese stellen eine besondere Bedeutung in Hinblick auf zu erwerbende interpersonale Kompetenzen dar. Kooperative Lernformen zielen nicht primär auf eine fehlerlose, effiziente Aufgabenerfüllung, sondern insbesondere auf den Einsatz und die Entwicklung kooperativer, reflexiver Fähigkeiten. Der Lern- und Arbeitsprozess der Gruppe sollte im Idealfall selbst Gegenstand des Lernens sein und Anlässe zur Reflexion geben, um im weiteren Verlauf Arbeitsprozesse noch nachhaltiger gestalten zu können.

Kooperatives Lernen bringt für Lehrende und Studierende einige Herausforderungen mit sich: Sie als Lehrperson werden zunehmend zu Lernbegleitenden und geben die Verantwortung für den Lernprozess in die Hände der Studierenden. Ihre Rolle ist nicht mehr die der „Vermittlerin“ oder des „Vermittlers“, sondern der Lern- und Prozessbegleitenden. Dies bedarf nicht nur ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten, sondern abgesehen von der fachlichen Expertise auch Methodenkompetenzen.

Unsere Beratungsangebote

Das Hochschuldidaktik-Team im Zentrum für Wissenschaftsdidaktik unterstützt Sie gerne bei Ihren Anliegen rund um das Thema Lernen in Gruppen.

Möchten Sie zum Beispiel…

- den Einsatz und die Ausführung von Gruppenarbeiten in Ihrer Praxis reflektieren?

- Ihre Lehrveranstaltungen mit Elementen kooperativer Lernformen anreichern oder sich zunächst über mögliche Methoden für kooperative Gruppenarbeiten informieren?

- Methoden und Herangehensweisen für die Gestaltung eines lernförderlichen Klimas kennenlernen?

- Sich generell zu dem Thema austauschen?

 

Wenn Sie zu einem der genannten Themen Informationen oder Inspirationen brauchen oder Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an.

 

Themen-Sprechstunde

Zudem können Sie auch gerne unsere Themensprechstundenzeiten nutzen.
Den Termin finden Sie hier.
Ob Sie eine kurze Frage oder ein umfassendes Beratungsanliegen haben - melden Sie sich gerne bei uns. Wir vereinbaren auch gern einen individuellen Termin.